Trümmer
Jesus verließ den Tempel und ging
hinaus, und seine Jünger gingen zu ihm, um ihn auf einige der Gebäude
des Tempels aufmerksam zu machen. Und
Jesus sagte zu ihnen: Seht ihr all diese Dinge? Wahrlich, ich sage euch:
Es wird hier kein Stein auf dem anderen bleiben, alles wird zerstört werden.
Und wenn sich diese Dinge zu erfüllen
beginnen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist
nahe.
Er ließ seinen Blick über die Stadt schweifen
und sagte dann weinend: Wenn du doch
wenigstens zu dieser deiner Zeit erkannt hättest, was zu deinem Frieden
dient: Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn
die Zeit wird kommen, in der deine Feinde einen Schützengraben um deine
Mauern herum ausheben und dich umzingeln werden.
Und sie werden dich bis auf die Grundmauern
niederreißen und deine Kinder, die du beherbergst, töten; sie werden keinen
Stein auf dem andern lassen, weil du die zu deiner Heimsuchung bestimmte
Zeit nicht erkannt hast.
Und Jerusalem wird von den Heiden zertreten
werden, bis die Zeit der Heiden erfüllt ist. Und dies alles ist der Anfang
des Leidens. Sie werden euch ausliefern, damit ihr gequält werdet; sie
werden euch töten, und ihr sollt von allen Völkern um meines Namens willen
gehaßt werden. Laßt diejenigen, die
sich auf dem Dach ihres Hauses aufhalten, nicht hinabgehen, um irgendetwas
aus dem Haus mitzunehmen; laßt auch
die, die auf dem Feld sind, nicht zurückgehen, um ihre Kleider zu holen.
Aber betet, daß ihr weder im Winter, noch
am Sabbath fliehen müßt. Denn dann
wird große Trübsal sein, wie sie von Anbeginn der Welt bis zum heutigen
Tag noch nie gewesen ist und auch niemals wieder sein wird. Und
wenn diese Tage nicht verkürzt werden würden, würde niemand gerettet werden;
aber um der Auserwählten willen sollen diese Tage verkürzt werden.
Wenn ihr von Kriegen und Aufruhr hört, so
fürchtet euch nicht; denn diese Dinge müssen zuerst geschehen, aber das
Ende ist noch nicht gekommen. Ein Volk
wird sich gegen das andere erheben, und ein Königreich wider das andere.
Hungersnöte und Seuchen und Erdbeben
werden sich immer mehr ausbreiten. All
dies ist der Beginn der Trübsal.
Furchterregende Dinge und große Zeichen werden
am Himmel sichtbar werden. Es werden
Zeichen an Sonne, Mond und Sternen geschehen.
Auf der Erde werden die Völker in Not und
Bestürzung sein; das Meer und die Wellen werden sich in Aufruhr befinden.
Die Herzen der Menschen werden aus
Furcht und in Vorahnung der Dinge, die über die Erde hereinbrechen werden,
aufhören zu schlagen.
Weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen
wird, wird in vielen die Liebe erkalten. Bleibt
wachsam und betet, auf daß ihr wert geachtet werdet, all den Dingen, die
geschehen sollen, zu entfliehen und vor dem Menschensohn zu stehen. Deshalb
gebt acht, denn ihr wißt nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommen wird.
Wie in den Tagen Noahs wird es auch zu der
Zeit sein, in der der Menschensohn wiederkommt. In den Tagen vor der Sintflut
aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und ließen sich heiraten
und feierten ohne Sorge bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging.
Sie verwarfen den Gedanken an eine
kommende Flut.
Und so war es auch in den Tagen Lots. Sie
aßen und tranken; sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten;
aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ,
regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vernichtete sie alle. So
wird es auch an dem Tag sein, wenn der Menschensohn offenbart wird.
*
Seid euch selbst gegenüber wachsam, daß nicht
euer
Herz irgendwann vom Vergnügen und von Trunkenheit
und von den Sorgen dieses Lebens bezwungen wird und daß nicht jener Tag
über euch kommt, wenn ihr es nicht meint.
Denn völlig unerwartet wird er über alle
kommen, die auf der Erde wohnen. Zwei
werden auf dem Feld sein; einer wird angenommen, der andere zurückgelassen
werden. Zwei Frauen werden auf der
Mühle mahlen, die eine wird angenommen und die andere zurückgelassen werden.
Darum wachet, denn ihr wißt nicht, zu welcher
Stunde euer Herr wiederkommen wird. Das
aber sollt ihr wissen: Wenn der Hausherr gewußt hätte, für welche Stunde
der Dieb seinen Einbruch geplant hat, wäre er aufgeblieben und hätte gewartet
und hätte den Dieb nicht in sein Haus hineingelassen. Seid
deshalb bereit: Denn in einer Stunde, zu der ihr es nicht für möglich
haltet, wird der Menschesohn kommen. Und
was ich euch sage, das sage ich allen um euch her: Seid wachsam und haltet
euch bereit.
*
Gebt acht, daß euch niemand verführe. In
der Endzeit werden viele kommen und meinen Namen benutzen und sagen: Ich
bin Christus; und sie werden viele verführen.
Und viele falsche Propheten werden auftreten
und viele verführen. Wenn jemand zu
euch sagen wird: Hier ist Christus, oder: Dort ist er, so glaubt es nicht.
Denn es werden viele falsche Christusse und
falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder vorführen.
Und soweit es möglich ist, werden sie sogar die Gerechten verführen.
Ich sage es noch einmal: Wenn sie zu euch
sagen: Seht her, er ist in der Wüste, so rennt nicht hinaus, um mich dort
zu suchen. Oder wenn einer sagt: Er ist an einem geheimen Ort, den ich
kenne; so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz den Himmel von Ost nach
West erleuchtet, so wird auch das Kommen des Menschensohnes sein.
Dann wird das Zeichen des Menschensohnes
am Himmel erscheinen; und dann werden alle Völker der Erde klagen, und
sie werden den Menschensohn mit Macht und großer Herrlichkeit in den Wolken
des Himmels kommen sehen.
Und er wird seine Engel mit hellem Posaunenklang
aussenden, und sie werden seine Auserwählten aus den vier Himmelsrichtungen
sammeln, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.
Denn der Menschensohn wird in der Herrlichkeit
seines Vaters mit seinen Engeln kommen; und dann wird er jeden gemäß seiner
Werke belohnen. Es wird so sein wie
bei den zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, um dem
Bräutigam zu begegnen. Und fünf von
ihnen waren klug und fünf waren töricht. Die
Törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber keinen Vorrat an (tm)l mit; aber
die Klugen nahmen außer ihren Lampen einen (tm)lvorrat mit.
Als sich der Bräutigam verspätete, schliefen
sie alle ein. Und um Mitternacht ertönte
ein lautes Rufen: Seht, der Bräutigam kommt; geht hinaus, ihm zu begegnen.
Da standen all jene Jungfrauen auf und richteten
ihre Lampen her.
Aber die Törichten sagten zu den Klugen:
Gebt uns doch etwas von eurem (tm)lvorrat ab, denn unsere Lampen sind
alle ausgegangen.
Aber die Klugen antworteten und sagten: Wir
können nicht, denn er wird nicht für uns und für euch reichen; geht schnell
zu denen, die (tm)l verkaufen, und kauft für euch selbst ein.
Und während sie hingingen, um einzukaufen,
kam der Bräutigam; und die, die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit
hinein, und die Türe wurde geschlossen.
Später kehrten die anderen Jungfrauen zurück
und sagten: Herr, Herr, öffne uns.
Aber er antwortete und sagte: Wahrlich, ich
sage euch, ich weiß nicht, wer ihr seid.
Seid wachsam und aufmerksam, denn ihr kennt
weder Tag noch Stunde, da der Menschensohn wiederkommen wird.
Haltet euch bereit und eure Lichter am Brennen;
wie die, die an der Tür warten und auf das Anklopfen des Herrn harren,
der sie voller Erwartung und bereit vorfindet, wenn er von der Hochzeitsfeier
zurückkehrt.
Seid auch bereit, denn der Menschensohn kommt
zu der Stunde, in der ihr ihn am wenigsten erwartet.
Tränen
Als er den (tm)lberg hinabzusteigen begann,
fing eine große Menschemenge zu rufen an; sie freuten sich und priesen
Gott mit lauter Stimme.
Und einige ihrer religiösen Führer kamen
zu Jesus und sagten: Meister, tadle deine Jünger. Und er antwortete und
sagte zu ihnen...
Ich sage euch, daß die Steine sofort zu schreien
anfangen würden, wenn diese hier Ruhe gäben.
Alle Dinge, die von den Propheten über den
Menschensohn geschrieben wurden, werden erfüllt werden.
Denn er wird den Heiden ausgeliefert werden
und wird verspottet werden,
sie werden ihre Bosheit an ihm auslassen
und ihn mißhandeln.
(Und er trug seinen zwei Jüngern auf:)
Geht in das nahegelegene Dorf. Dort werdet
ihr ein Fohlen finden, auf dem noch niemand geritten ist. Und wenn euch
jemand fragt, warum ihr es losbindet, so sagt: Weil der Herr es braucht.
O Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten
tötest und diejenigen steinigst, die zu dir gesandt sind, wie oft habe
ich deine Kinder versammeln wollen, so wie eine Henne ihre Küken unter
ihren Flügeln versammelt, und doch habt ihr nicht gewollt.
Siehe, eure Häuser werden verwüstet zurückgelassen.
Denn ich sage euch: Ihr werdet mich nicht
mehr sehen, bis ihr sagt: Gepriesen ist der, der im Namen des Herrn kommt.
Er sah die Stadt an und weinte über sie.
Abendmahl
Seine Jünger sagten: Wohin sollen wir gehen
und das Passahmahl vorbereiten? Und er sandte zwei seiner Jünger aus und
befahl ihnen:
Geht in die Stadt, und dort werdet ihr einem
Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt, dem folgt.
Und wenn er sein Haus betritt, so fragt nach
dem Besitzer und sagt: Der Herr fragt, wo das Gastzimmer ist, in dem ich
mit meinen Jüngern das Passah essen kann.
Und er wird euch einen großen Raum im oberen
Stockwerk zeigen, der mit Polstern versehen und bereit ist. Dort richtet
alles für das Mahl her, das wir zusammen essen werden.
Ich habe mich danach gesehnt, dieses Passah
mit euch zu essen, bevor ich leide.
Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr
essen, bis es im Reiche Gottes seine Vollendung findet.
Ich werde auch nicht mehr von der Frucht
des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt.
Und er nahm das Brot, dankte und brach es,
gab es ihnen und sprach:
Dies ist mein Leib, der für euch gegeben
wird; eßt es mir zum Gedenken.
Ebenso nahm er den Kelch nach dem Mahl und
sagte:
Dieser Kelch ist das neue Testament, in meinem
Blut, das für euch vergossen wird.
Es ist traurig, daß mich einer von euch verraten
wird.
Der Menschensohn wird so behandelt werden,
wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn
verraten wird! Es wäre besser gewesen, wenn dieser Mensch nicht geboren
worden wäre.
Ich weiß, wen ich mir als meine Jünger auserwählt
habe, aber die Schrift wird erfüllt werden: Der mit mir sein Brot ißt,
tritt mich mit Füßen.
Ich sage es euch jetzt, bevor es geschieht,
damit ihr, wenn es geschieht, glaubt, daß ich es bin.
(Dann sagte Jesus zu Judas:)
Tue bald, was du hast zu tun beschlossen.
(Dann sagte er zu Petrus:)
Prahlst du damit, daß du bereit bist, dein
Leben um meinetwillen hinzugeben? Wahrlich, ich sage: Der Hahn wird nicht
krähen, ehe du mich dreimal verleugnet hast.
Und ihr alle werdet heute nacht Anstoß an
mir nehmen, denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen,
und die Schafe sollen zerstreut werden.
Jetzt wird der Menschensohn verherrlicht
werden, und Gott wird in ihm verherrlicht.
Meine Kinder, für eine kurze Weile bin ich
bei euch
gewesen. Später werdet ihr mich suchen, aber
wie ich euch schon gesagt habe: Wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen.
Wo ich hingehe, könnt ihr jetzt nicht hinkommen,
aber ihr werdet mir später dorthin nachfolgen.
Gethsemane
Dann ging Jesus mit ihnen zu einem Ort namens
Gethsemane und sagte zu den Jüngern: Setzt euch hier nieder, während ich
gehe und bete.
Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit
sich und wurde traurig und sehr betrübt. Dann sagte er:
Meine Seele ist bis zum Žußersten, bis zum
Tode
betrübt. Wartet hier und wacht mit mir.
Und er ging alleine noch ein Stück weiter,
fiel nieder auf sein Angesicht und betete.
Oh, mein Vater, wenn es möglich ist, dann
laß diese Qual an mir vorübergehen, aber nicht wie ich will, sondern dein
Wille soll erfüllt werden.
Oh, mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an
mir vorübergehen kann, außer daß ich ihn trinke, dann soll dein Wille
geschehen.
(Zu seinen Jüngern, die er schlafend vorfand,
sagte er:)
Schlaft ein andermal und ruht euch aus; denn
siehe, die Stunde ist nahe, in der der Menschensohn verraten und in die
Hände der Sünder ausgeliefert werden wird.
(Dann sagte er zu Judas:)
Verrätst du den Menschensohn mit einem Kuß?
(Zu den Wachen die kamen, um ihn gefangenzunehmen,
sagte er:)
Seid ihr hergekommen, wie zu einem Dieb mit
Schwertern und Knüppeln?
Ich war täglich bei euch im Tempel, und nie
habt ihr Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde, und die Macht
der Finsternis ist am Werke.
Alle, die zum Schwert greifen, sollen durch
das Schwert umkommen.
Wißt ihr denn nicht, daß ich zu meinem Vater
beten und er zwölf Legionen Engel herabsenden könnte?
Aber wie könnte dann die Schrift erfüllt
werden, wie es ja geschehen muß?
Gericht
Sobald es Tag war, kamen die Žltesten des
Volkes und der Rat zusammen, führten ihn in einen Raum zum Verhör und
sagten: Sage uns: Bist du der Christus?
Und danach führten sie ihn in den Gerichtssaal,
damit er von Pontius Pilatus angehört würde. Und Pilatus
fragte: Bist du ein König?
Wenn ich es sage, glaubt ihr es nicht. Und
wenn ich euch frage, so antwortet ihr mir nicht und laßt mich doch nicht
los.
Aber nach diesem allen wird der Menschensohn
zur rechten Hand der Kraft Gottes sitzen.
Ich habe öffentlich geredet vor der Welt;
ich habe an Stätten der Anbetung und im Tempel gelehrt, wo sich mein Volk
versammelt, und ich habe nichts im Geheimen gesagt.
Warum stellst du mir diese Fragen? Frage
die, die mir zugehört haben, was ich zu ihnen geredet habe: Sie wissen,
was ich gesagt habe.
Doch ich sage euch, daß ihr nach diesem den
Menschensohn sehen werdet, zur Rechten der Kraft sitzen und in den Wolken
des Himmels kommen.
Wenn das, was ich gesagt habe, böse ist,
dann bist du dessen Zeuge. Aber wenn es wahr ist, warum schlägst du mich
dann?
(Auf die erneute Frage ob er ein König sei,
antwortete er:)
Sagst du das von dir aus oder haben es dir
andere über mich erzählt?
Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre
mein Reich von dieser Welt, dann würden meine Diener kämpfen, daß ich
nicht den Richtern übergeben werde; nun aber ist mein Reich nicht von
dieser Welt.
Du sagst, daß ich ein König bin. Ich wurde
geboren und kam in die Welt, daß ich von der Wahrheit Zeugnis ablege.
Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Du
kannst keinerlei Macht über mich haben, wenn sie dir nicht von oben gegeben
ist.
Kreuz
Und als sie zu dem Ort kamen, der Golgatha
genannt wird, kreuzigten sie ihn und zwei Verbrecher dort; den einen zu
seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken.
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht,
was sie tun.
(Zu einem der Verbrecher, der um Vergebung
bat, sagte er:)
Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit
mir im Paradies sein.
(Zu Maria, die bei Johannes stand, sagte
er:)
Frau, sieh: Dein Sohn!
(Und dann sprach er zu Johannes:)
Siehe, deine Mutter!
*
Eli, Eli, lama sabachthani?
(Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen?)
Ich bin durstig.
Es ist vollbracht.
Vater, in deine Hände befehle ich meinen
Geist.
Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß
in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die
Felsen zerbarsten, und die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der
verstorbenen Heiligen standen auf.
Auferstehung
Und am ersten Tag der Woche kam Maria Magdalena
frühmorgens, um das Grab aufzusuchen; und sie sah, daß der Stein vor dem
Grab weggerollt worden war.
Und Maria stand vor dem Grab und weinte,
und während sie weinte, bückte sie sich und sah in das Grab hinein. Und
sie sah zwei weißgekleidete Engel dort sitzen, den einen am Kopf- und
den anderen am Fußende der Stelle, wohin der Leichnam Jesu gelegt worden
war. Und als sie sich umwandte, sah sie Jesus stehen und erkannte nicht,
daß es Jesus war.
Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du?
Wen suchst du?
Weil sie annahm, daß er der Gärtner war,
sagte sie: Herr, wenn du den Leichnam weggebracht hast, dann sage mir,
wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen.
Jesus sagte zu ihr: Maria.
Sie wandte sich um und sagte: Rabbuni! (Das
bedeutet: Meister!)
Geh' zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich
gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
Friede sei mit euch.
Warum seid ihr so erschrocken? Und warum
kommen solche Gedanken in euer Herz?
Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin's
selber. Fühlt mich an und sehet; denn ein Geist hat weder Fleisch noch
Knochen, wie ihr seht, daß ich habe.
Reiche deinen Finger her und siehe meine
Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite. Sei nicht
ungläubig, sondern gläubig.
Thomas, weil du mich gesehen hast, glaubst
du: Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.
(Später dann, als er Petrus und einige der
Jünger beim Fischen antraf, sagte er:)
Kinder, habt ihr etwas zu essen?
Werft das Netz auf der rechten Seite des
Bootes aus, und ihr werdet Fische fangen.
Kommt und eßt.
Simon Petrus, Sohn des Jonas, hast du mich
lieber als diese?
Weide meine Lämmer.
Folge mir nach.
Teil VIII
Neue Zukunftsperspektiven
Erfüllte Schrift
Alle Dinge, die von den Propheten über mich
geschrieben wurden, müssen erfüllt werden.
Zwei Männer gingen zu einem Dorf namens Emmaus,
..und als sie so miteinander redeten und alles durchdachten, nahte sich
ihnen Jesus selbst und ging mit ihnen. Sie erkannten nicht, daß es Jesus
war, weil ihre Augen niedergeschlagen waren.
Jesus fragte: über was redet ihr denn auf
eurer Wanderung, und warum seid ihr so traurig?
Und einer von ihnen, dessen Name Kleophas
war, antwortete: Die über uns herrschen haben Christus ausgeliefert, damit
er zum Tode verurteilt würde und haben ihn gekreuzigt. Wir haben gehofft,
daß er es ist, der unser Land erlösen sollte.
Jesus antwortete: Oh, ihr Toren und träges
Herzens zu glauben all dem, was die Propheten geredet haben. Dann fing
er bei Mose und den Propheten an und legte ihnen alle Schriften aus, die
sich auf ihn bezogen. Er sagte:
Mußte Christus nicht diese Dinge erleiden
und dann in seine Herrlichkeit eingehen?
Das habe ich euch gesagt, als ich bei euch
war, daß nämlich alle Dinge, die sich auf mich beziehen, erfüllt werden
müssen, die im Gesetz des Mose und in den Propheten und in den Psalmen
geschrieben stehen.
So steht es geschrieben, und so mußte Christus
leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen.
Und also sollen Buße und Vergebung der Sünden
in seinem Namen unter allen Völkern gepredigt werden, und das soll in
Jerusalem beginnen.
Und ihr seid Zeugen all dieser Dinge.
Ich sage euch, daß sich viele Propheten und
Könige danach gesehnt haben, die Dinge zu sehen, die ihr seht, und haben
sie nicht gesehen; die Dinge zu hören, die ihr hört, und haben sie nicht
gehört.
Eher werden Himmel und Erde vergehen, als
daß ein Bruchteil des Wortes vergeht.
Hoffnung
Wenn ich hingehe, und einen Ort für euch
bereite, werde ich wiederkommen und euch zu mir holen, damit ihr auch
dort seid, wo ich bin.
Euer Herz erschrecke nicht: Glaubt an Gott,
glaubt auch an mich.
In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre, dann hätte ich es euch gesagt:
Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu
bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr
seid, wo ich bin.
Ihr habt gehört, wie ich euch gesagt habe:
Ich gehe weg und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr
euch freuen, weil ich sagte: Ich gehe zum Vater; denn mein Vater ist größer
als ich.
Und nun habe ich es euch gesagt, bevor es
geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht.
Ich bin noch eine kurze Zeit bei euch, und
dann gehe ich zu dem, der mich gesandt hat.
Wundert euch nicht darüber, was ich meine,
wenn ich sage: Es dauert noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht
sehen, und nicht lange danach werdet ihr mich wieder sehen.
Ich sage euch, daß ihr weinen und traurig
sein werdet, aber die Welt wird sich freuen. Und ihr werdet betrübt sein,
aber eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
Eine Frau leidet Schmerzen und Qualen, wenn
sie ein Kind zur Welt bringt. Aber sobald das Kind geboren ist, erinnert
sie sich nicht mehr an die Pein vor Freude darüber, daß ein Kind in diese
Welt gekommen ist.
Jetzt werdet ihr traurig sein; aber ich will
euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und niemand kann diese
Freude von euch nehmen.
Befähigung
Der Geist hat die Macht, Leben zu geben.
Die Bemühungen aufgrund von menschlichen Fähigkeiten führen zu nichts.
Es ist gut für euch, wenn ich weggehe, denn
wenn ich nicht weggehe, wird der Tröster, der Heilige Geist, nicht über
euch kommen. Aber wenn ich weggehe, werde ich ihn zu euch senden.
Und wenn er gekommen ist, so wird er der
Welt offenbaren, was Sünde und was Gerechtigkeit und Gericht ist.
Sünde, weil sie nicht and mich glauben,
Gerechtigkeit, weil ich zu meinem Vater gehe
und ihr mich nicht sehen werdet;
Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet
ist.
Ich habe euch noch viele Dinge zu sagen,
aber ihr könnt sie jetzt noch nicht verstehen.
Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, wird
er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber sprechen,
sondern was er hört, wird er sagen: Und er wird euch die zukünftigen Dinge
zeigen.
Er wird mich verherrlichen, denn er wird
mit meinen Wünschen völlig übereinstimmen, und er wird sie euch zeigen.
Alles was der Vater hat, das ist mein. Deshalb
sage ich, daß er meine Wünsche aufnehmen und sie euch offenbaren wird.
Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote.
Und ich will den Vater bitten, und er wird
euch einen anderen Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich.
Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt
nicht empfangen kann, weil sie ihn weder sieht noch kennt; aber ihr kennt
ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.
Ich werde euch nicht ohne Trost zurücklassen:
Eines Tages werde ich zu euch kommen.
Wen da dürstet, den laßt zu mir kommen und
trinken. Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Innersten
werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Wenn ein Sohn jemanden von euch, der Vater
ist, um Brot bittet, wird er ihm einen Stein geben? Oder wenn er um einen
Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange
geben? Oder wenn er um ein Ei bittet, wird
er ihm einen Skorpion geben?
Wenn also ihr, die ihr böse seid, wißt, wie
ihr euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer himmlischer
Vater den Heiligen Geist denen geben, die ihn darum bitten?
Und wenn sie euch in die Machtzentren ihrer
Religion bringen und vor Gerichte und die Führer dieser Welt, dann macht
euch keine Gedanken darüber, wie oder was ihr antworten oder was ihr sagen
sollt:
Denn der Heilige Geist wird euch in jener
Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Und wenn der Tröster gekommen ist, den ich
euch vom Vater aus senden werde, nämlich der Geist der Wahrheit, der vom
Vater ausgeht, wird er von mir zeugen.
Der Tröster, welcher ist der Heilige Geist,
den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alle Dinge lehren
und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Empfangt den Heiligen Geist.
Ewiges Leben
Wer an den Sohn Gottes glaubt, wird ewiges
Leben haben.
Wie der Vater das Leben in sich selbst hat,
so gibt er auch dem Sohn das Leben;
und er gab ihm die Macht, auch Gericht zu
halten, weil er der Menschensohn ist.
Ich kann nichts von mir selbst tun; wie ich
höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht, weil ich nicht meinen
eigenen Willen suche, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt
hat.
Und das ist der Wille dessen, der mich gesandt
hat: daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe;
und ich werde ihn am jüngsten Tag auferwecken.
Das ist aber der Weg zum ewigen Leben, daß
man den einzig wahren Gott und Jesus Christus, der auf die
Erde hinabgesandt wurde, erkennt.
Wer an ihn glaubt, wird nicht verlorengehen,
sondern das ewige Leben haben.
Nie mehr allein
Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt
Ende.
Mir ist alle Macht im Himmel und auf Erden
gegeben.
Gehet deshalb hin und lehret alle Völker,
tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende
ich euch.
Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium
aller Kreatur.
Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet
werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
Und diese Zeichen werden denen nachfolgen,
die glauben:
In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben;
sie werden in neuen Zungen sprechen;
sie werden Schlangen mutig entgegentreten;
und wenn sie etwas Tödliches trinken, so wird es ihnen nichts anhaben.
Sie werden den Kranken die Hände auflegen, und sie werden genesen.
Wartet auf die Verheißung des Vaters, von
der ich euch gesagt habe.
Denn Johannes hat euch mit Wasser getauft,
aber in wenigen Tagen sollt ihr mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Nachdem der Heilige Geist auf euch gekommen
ist, werdet ihr Kraft empfangen, und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl
in Jerusalem als auch in ganz Judäa und in Samaria und bis an das Ende
der Erde.
Und dieses Evangelium des Reiches Gottes
soll in aller Welt als ein Zeugnis für alle Völker verkündigt werden,
und dann wird das Ende kommen.
Lehrt sie zu halten alles, was ich euch befohlen
habe, und vergeßt nicht:
Ich bin bei euch alle Tage, selbst bis an
der Welt Ende.
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