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Ein Mann hatte zwei Söhne:

Und der jüngere Sohn sagte zu seinem Vater: Vater, gib' mir mein Erbe. Und der Vater gab ihm sein Erbteil.

Und wenige Tage später sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und trat eine Reise in ein fernes Land an. Und dort verschleuderte er sein Vermögen durch einen ausschweifenden Lebensstil. Als er den letzten Pfennig ausgegeben hatte, wurde jenes Land von einer schrecklichen Hungersnot heimgesucht. Und er geriet in große Not.

Und er fand eine Anstellung bei einem Bürger jenes Landes, der ihn auf seine Felder schickte, damit er die Schweine hütete. In seiner Verzweiflung kam es fast soweit, daß er die Kornhülsen, die er den Schweinen verfütterte, selbst aß. Als er mit sich selbst zu Rate ging, sagte er sich: Die vielen Knechte meines Vaters haben genug Brot zu essen; es bleibt sogar viel übrig. Und ich bin hier drauf und dran, Schweinefutter zu essen, weil ich vor Hunger fast umkomme.

Ich will wieder zu meinem Vater zurückgehen und ihm sagen: Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt und bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Aber laß mich doch wenigstens einer deiner Tagelöhner sein.

Und er stand auf und reiste zu seinem Vater zurück.

Als er noch ein ganzes Stück von Zuhause entfernt war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen mit ihm, und er lief und umarmte ihn und küßte ihn.

Und der Sohn sagte zu ihm: Vater, ich habe gegen den Himmel und vor dir gesündigt; und ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Aber der Vater sagte zu seinen Dienern: Bringt meinen besten Anzug und zieht ihn ihm an, steckt ihm meinen Siegelring an und zieht ihm die besten Schuhe an. Und bringt unser bestes Kalb heraus, schlachtet es, und dann laßt uns essen und fröhlich sein. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie begannen zu feiern. Nun kam sein älterer Bruder von der Feldarbeit zurück; und als er zum Haus kam, hörte er Musik und Tanzen. Und er rief einen der Diener und fragte ihn, was denn dies alles bedeute.

Und er sagte zu ihm: Dein Bruder ist nach Hause gekommen, und dein Vater hat das fetteste Kalb geschlachtet, weil er gesund und munter wiedergekommen ist. Und der Bruder war ärgerlich und wollte nicht zum Fest hineingehen. Deshalb kam der Vater heraus und bat ihn, doch hereinzukommen.

Und er antwortete seinem Vater: Sieh', all die vielen Jahre habe ich dir gedient.

Nie habe ich eines deiner Gebote übertreten oder gebrochen, und doch hast du nie auch nur ein kleines Fest für mich veranstaltet.

Aber mein herumvagabundierender Bruder, der das Erbe, das du ihm gegeben hast, mit Prostituierten durchgebracht hat, ist kaum zurückgekehrt, schon gehst du hin und schlachtest das beste Kalb für ihn. Und der Vater sagte: Mein Sohn, du bist immer bei mir, und alles, was ich habe, gehört dir.

Es war richtig, zu feiern und fröhlich zu sein, denn dein Bruder war tot und ist wieder lebendig, er war verloren und ist gefunden. Genauso ist der Menschensohn gekommen, um die zu retten, die verloren sind.

Es ist nicht der Wille eures Vaters im Himmel, daß eines dieser Kleinen verloren gehen sollte.

Der Feigenbaum

Ein Mann pflanzte einen Feigenbaum in seinem Weinberg: drei Jahre lang wartete er, ob der Baum Früchte tragen würde, doch er fand keine daran. Dann sagte er zum Verwalter des Weinberges: Schau, drei Jahre lang bin ich in der Erwartung gekommen, Früchte an diesem Feigenbaum zu finden, und jetzt trägt er immer noch keine. Reiß ihn aus; warum sollte er überhaupt Platz in meinem Grundstück einnehmen. Und der Verwalter des Weinberges antwortete: Herr, laß' ihn doch noch dieses Jahr stehen, ich will um ihn herum graben und ihn düngen. Und wenn er schließlich doch Früchte trägt, so ist es gut, wenn nicht, dann kannst du ihn ja immer noch ausreißen.

Dadurch wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht hervorbringt; und so werdet ihr meine Jünger sein. Ein guter Mensch tut aus dem guten Schatz seines Herzens heraus Gutes; und ein böser Mensch tut Böses aus dem bösen Schatz seines Herzens heraus.

Der Same, der nachts ausgesät wurde

Das Himmelreich gleicht einem Landwirt, der guten Samen auf seinem Feld ausgesät hatte: Aber während er schlief, kam sein Feind und säte Unkraut unter den Weizen, dann floh er. Als später die Halme des Weizens aus der Erde hervorkeimten, gesund und im überfluß, kam auch dorniges Unkraut zum Vorschein. So kamen die Knechte des Landwirtes und sagten bekümmert zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf dein Feld gesät? Warum wächst dann dort soviel Unkraut?

Der Landwirt antwortete: Das hat ein Feind getan. Die Knechte fragten: Willst du, daß wir hingehen und es ausreißen?

Aber er antwortete: Nein, denn wenn ihr alles Unkraut ausreißt, könntet ihr dabei auch den Weizen ausreißen. Laßt beides zusammen bis zur Ernte wachsen: Und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln zusammen, damit man es verbrennen kann. Dann sammelt den Weizen in meine Scheune.

Derjenige, der den guten Samen gesät hat, ist der Menschensohn; das Feld ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reiches; aber das Unkraut steht für die Kinder des Bösen; der Feind, der das Unkraut ausgesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; und die Schnitter sind die Engel. So wie das Unkraut gesammelt und dann mit Feuer verbrannt wurde, so wird es auch am Ende dieser Welt geschehen.

Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie sollen aus seinem Reich alles, was Anstoß erregt, und diejenigen, die Unrecht tun, sammeln. Und sie sollen sie in ein Straffeuer werfen; dort wird Weinen und Qual sein.

Dann werden die Gerechten im Reiche ihres Vaters so hell wie die Sonne strahlen. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, soll ausgerissen werden.

Das Gleichnis vom Sämann

Ein Landwirt ging hinaus auf die Felder, um für die nächste Ernte auszusäen. Und als er den Samen über den Ackerboden ausstreute, fiel einiges davon auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es. Einige Samenkörner fielen auf felsigen Boden, wo nicht viel Erde war. Und weil die Erdschicht nicht sehr tief war, ging der Samen sofort auf.

Als die Sonne aufging, verbrannten sie, und weil sie keine Wurzeln hatten, verwelkten sie. Und etliche fielen unter die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten es.

Aber einige der Samenkörner fielen auf guten Boden und brachten Frucht hervor, einige hundertfältig, einige sechzigfältig und einige dreißigfältig. Hört deshalb das Gleichnis vom Sämann.

Wenn jemand die Worte vom Himmelreich hört und sie nicht versteht, dann kommt der Feind und nimmt das, was in das Herz gesät wurde, weg. Das gleicht dem Samen, der auf den Weg fiel. Aber einer, der den Samen auf felsigem Boden aufnimmt, gleicht jemandem, der das Wort hört und es mit überschäumender Freude annimmt, aber ohne die 'Wurzel' der ausreichend tiefen inneren überzeugung zu haben.

Die erste Begeisterung trägt ihn eine Zeitlang, aber wenn Probleme entstehen oder Verfolgung beginnt, wegen seiner Entscheidung, dem Wort der Wahrheit zu folgen, dann wird er nach und nach entmutigt und fällt ab. Die den Samen unter Dornen aufnehmen, sind die, die das Wort hören. Aber die Sorgen dieser Welt und Täuschung durch Reichtum ersticken das Wort, und sie bleiben ohne Frucht.

Aber die, die den Samen in einem guten Boden aufnehmen, sind die, die das Wort hören und es verstehen. Sie werden eine überreiche Ernte hervorbringen, manche hunderfältig, manche sechzigfältig und manche dreißigfältig.

Sagen die Landwirte nicht: Noch vier Monate, dann ist Erntezeit. Ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an, denn sie sind weiß und zur Ernte bereit. Und die, die ernten, empfangen Lohn und bringen Frucht des ewigen Lebens ein, beide, die Pflanzenden und die Erntenden sollen sich zusammen freuen.

Hier bewahrheitet sich das Sprichwort: Einer pflanzt und ein anderer erntet. Ich sende euch, Felder abzuernten, die ihr nicht bepflanzt habt. Andere haben die ganze Arbeit getan, und ihr habt euch ihren Anstrengungen angeschlossen.

Der Landbesitzer und die Lohnarbeiter Denn das Himmelreich gleicht der Geschichte eines Landbesitzers, der frühmorgens hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuheuern. Und als er sich mit den Lohnarbeitern auf den Lohn in Höhe einer Silbermünze pro Tag geeinigt hatte, sandte er sie in seinen Weinberg.

Gegen neun Uhr morgens ging er noch einmal in die Stadt und sah eine Gruppe von arbeitslosen Männern, die untätig auf dem Marktplatz herumstanden. Und er sagte zu ihnen: Geht und arbeitet in meinem Weinberg. Ich werde euch einen angemessenen Lohn zahlen. Und sie gingen hin, um in seinem Weinberg zu arbeiten. Der Landbesitzer ging mittags und noch einmal um drei Uhr zu demselben Zweck in die Stadt.

Und gegen fünf Uhr nachmittags ging er ein letztes Mal in die Stadt und fand weitere arbeitslose Männer und fragte sie: Warum seid ihr den ganzen Tag untätig herumgestanden?

Sie antworteten: Weil uns niemand eingestellt hat. Er sagte: Geht auch in meinen Weinberg, und ich werde euch gerecht bezahlen.

Als der Tag schließlich vorüber war, sagte der Landbesitzer zum Verwalter des Weinberges: Ruf die Lohnarbeiter herein und gib' ihnen ihren Lohn. Fang' mit den zuletzt eingestellten Arbeitern an und zahle die zuletzt aus, die ich heute zuerst eingestellt habe.

Und als die kamen, die nachmittags um fünf Uhr eingestellt worden waren, erhielt jeder einzelne eine Silbermünze. Als deshalb die Reihe an die gekommen war, die frühmorgens eingestellt worden waren, nahmen diese an, daß sie mehr erhalten würden; statt dessen bekamen auch sie eine Silbermünze.

Sofort murrten sie gegen den Landbesitzer...

und sagten: Die letzte Gruppe der Lohnarbeiter hat nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie gleich bezahlt wie uns, die wir die meiste Arbeit geleistet haben - und noch dazu in der Hitze des Tages.

Aber der Landbesitzer antwortete ihnen und sagte: Freunde, ich tue euch nicht Unrecht. Habt ihr nicht zugestimmt, daß euer Lohn eine Silbermünze sein soll?

Nehmt, was euch gebührt, und geht eures Weges: Ich habe entschieden, auch denen, die am Ende des Tages eingestellt wurden, den gleichen Lohn wie euch zu zahlen. Habe ich nicht das Recht, mit meinem Geld das zu tun, was ich will?

Schaut ihr deshalb so böse, weil ihr seht, daß ich gut bin, großzügig und freundlich? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten: Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.

 

Der unehrliche Buchhalter

Ein reicher Mann hatte einen Buchhalter. Eines Tages wurde ihm gesagt, daß der Buchhalter, dem er vertraut hatte, sein Geld verschwendet hat. Also rief er den Buchhalter zu sich und fragte ihn: Warum höre ich solche Anklagen gegen dich? Zeige mir deine Bücher, oder ich werde dir meine Geldgeschäfte nicht mehr anvertrauen.

Da sagte der Buchhalter zu sich selbst: Was soll ich tun? Mein Chef wird mich hinauswerfen. Ich kann keine körperliche Arbeit tun, und zum Betteln bin ich zu stolz. Dann entwarf der Buchhalter einen Plan, was er tun würde, wenn er seine Stelle als Buchhalter verlieren sollte.

Er ließ jede Person kommen, die seinem Arbeitgeber Geld schuldete und fragte sie: Wieviel schuldest du ihm?

Der erste antwortete: Einhundert Tonnen (tm)l. Der Buchhalter sagte: Hier, nimm' diese Rechnung und schreibe fünfzig. Zur nächsten Person, die er herbeigerufen hatte, sagte der Buchhalter: Wieviel schuldest du? Diese Person antwortete: Auch einhundert Tonnen (tm)l. Der Buchhalter sagte: Nimm' deine Rechnung und schreibe vierzig darauf.

Als der Arbeitgeber hörte, was sein Buchhalter getan hatte, war er nicht ärgerlich, sondern lobte ihn und sagte: Die Kinder dieser Weltzeit sind im Verkehr mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.

Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er euch ausgeht, ihr Aufnahme in den ewigen Hütten findet. Laßt mich euch noch einmal daran erinnern: Wer in kleinen Dingen treu ist, dem werden auch große Aufgaben anvertraut werden; aber demjenigen, der in den kleinen Dingen nicht treu ist, kann auch keine größere Verantwortung übertragen werden.

Gleichermaßen gilt: Wenn man euch schon keine irdischen Reichtümer anvertrauen kann, wer wird euch dann wahre geistliche Schätze anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit fremdem Eigentum nicht ehrlich ward, wer wird euch dann euer eigenes anvertrauen?

Der Reiche und seine drei Mitarbeiter

Denn das Himmelreich kann durch die folgende Geschichte veranschaulicht werden: Ein Reicher wollte in ein weit entferntes Land reisen. Vor seiner Abfahrt rief er seine drei Mitarbeiter zu sich und machte sie für die Zeit seiner Abwesenheit für die Verwaltung seiner Kapitalanlagen verantwortlich. Einem übergab er fünf Anteile, dem anderen zwei kleinere Anteile, und dem dritten übergab er einen kleinen Anteil. Jedem von ihnen gab er ihren Fähigkeiten entsprechend. Dann machte er sich auf die Reise.

Der Mitarbeiter, dem fünf Anteile gegeben worden waren, begann sofort zu kaufen und zu verkaufen und hatte nach kurzer Zeit das Kapital verdoppelt und zehn Anteile erwirtschaftet. Der zweite Mitarbeiter handelte ebenso. Er legte die beiden Anteile, die ihm anvertraut waren, an und konnte ihren Wert verdoppeln.

Aber der dritte Mitarbeiter war ängstlich. Er legte seinen Anteil in eine Schachtel und vergrub sie im Boden. Dort ließ er sie aus Angst, daß sie verlorengehen oder gestohlen werden könnte. Viele Monate später kehrte ihr Arbeitgeber von seiner Reise zurück. Er rief seine Mitarbeiter zusammen, damit sie ihm über die Verwaltung seines Geldes berichteten.

Der erste Mitarbeiter berichtete, wie er die fünf Anteile angelget hatte und nun zehn besaß. Der reiche Mann sagte: Du hast sehr gut gearbeitet und warst treu. Weil du im Umgang mit diesen fünf Anteilen vertrauenswürdig warst, werde ich dir noch viel mehr wichtige Anteile anvertrauen. Freu dich schon jetzt über die Verantwortung, die ich dir übertrage.

Dann rief er den zweiten Mitarbeiter, der zu ihm sagte: Du hast mir zwei Anteile zur Verfügung gestellt, und nun habe ich zwei dazugewonnen. Der reiche Mann wiederholte, was er seinem ersten Mitarbeiter gesagt hatte: Gut gemacht, du bist im Umgang mit zwei kleineren Anteilen treu gewesen. Jetzt übertrage ich dir die Verantwortung für viele. Mach' dich mit Freude an deine Arbeit.

Schließlich wurde der dritte Angestellte gerufen. Er sagte: Ich weiß, daß du ein harter Mann bist. Du streichst die Gewinne aus fremden Geldern ein. Ich befürchtete, daß du nur alles Geld, das ich mit meinem einen kleinen Anteil erwirtschaftet haben würde, nehmen würdest. Deshalb habe ich meinen Geldanteil in eine Schachtel gelegt, sie im Boden vergraben und sie dort aufbewahrt, bis du danach fragen würdest.

Da antwortete der reiche Mann: Du törichter und fauler Mitarbeiter. Du weißt genau, wie ich mein Geschäft führe. Du hättest doch wenigstens das Geld auf die Bank bringen können, wo es Zinsen gebracht hätte.

Ich nehme dir deinen Anteil und gebe ihn dem Mitarbeiter, der zehn Anteile erworben hat.

Derjenige, der das, was er hat, recht gebraucht, wird immer mehr bekommen und wird überfluß haben. Aber derjenige, der untreu ist, wenn auch nur ein bißchen, der wird das verlieren, was ihm anvertraut wurde. Dann sagte der reiche Mann: Werft diesen unnützen Mitarbeiter hinaus in die Dunkelheit, wo Weinen und Zähneknirschen ist.

Die königliche Hochzeit

Das Himmelreich kann mit einem König verglichen werden, der die Hochzeit seines Sohnes, des Prinzen, ausrichtete. Er sandte seine Diener hinaus in die Provinzen seines Königreiches, um die zur Hochzeit Geladenen herbeizurufen. Aber diese waren voll Auflehnung und wollten nicht kommen.

Also sandte der König seine Diener aus und sagte: Sagt denen, die eingeladen sind, daß ich ein großes Hochzeitsmahl vorbereitet habe. Meine Ochsen und Mastkälber sind geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt doch zur Hochzeit.

Aber die Untertanen nahmen die Einladung nicht ernst und gingen ihren Geschäften nach: Einer ging zu seinem Bauernhof, der andere fuhr zur Regelung seiner Geschäfte in die Stadt, und die restlichen Untertanen ergriffen die Diener des Königs und schlugen sie tot.

Als der König erfuhr, was geschehen war, sandte er seine Wachsoldaten aus: und sie trieben diese boshaften Untertanen zusammen, richteten sie hin und brannten ihre Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Dann sagte er zu seinen Dienern: Die Hochzeit kann beginnen, aber die, die eingeladen waren, waren nicht würdig, daran teilzunehmen.

Geht darum hinaus auf die Straßen und ladet die zur Hochzeitsfeier ein, denen ihr begegnet.

Also gingen die Diener des Königs die Straßen entlang und luden jeden, dem sie begegneten, zur Hochzeit ein, sowohl die Bösen als auch die Guten. Und die große Hochzeitsgesellschaft bestand aus dieser ungewöhnlichen Auswahl von Gästen.

Aber als der König hereinkam, um seine Gäste zu sehen, war er entsetzt darüber, einen essen zu sehen, der kein Hochzeitskleid trug. Er fragte: Freund, warum bist du denn ohne Hochzeitskleid zum Fest gekommen?

Aber der Mann konnte keine Antwort geben. Daraufhin sagte der König zu den Dienern: Bindet diesen Mann an Händen und Füßen und bringt ihn weg und werft ihn in die äußerste Dunkelheit, wo man weint und gequält wird. Denn ich sage euch, daß viele berufen sind, aber wenige sind auserwählt.

Die Einladung zum Mahl

Ein reicher Mann bereitete ein großes Mahl vor und lud viele Gäste ein. Als das Mahl beginnen sollte, sandte er seinen Diener zu denen, die eingeladen worden waren, und ließ ihnen verkünden: Kommt, denn alles ist nun bereitet. Aber jeder, der eingeladen war, brachte plötzlich eine Entschuldigung vor.

Der erste antwortete: Ich habe gerade erst ein neues Grundstück erworben, und ich muß gehen und es mir ansehen. Bitte, entschuldige mich. Der nächste sagte: Ich habe eben Vieh gekauft, und ich muß gehen und die Tiere begutachten. Bitte, entschuldige mich. Und ein anderer sagte: Ich habe gerade geheiratet, und deshalb kann ich nicht kommen. Also kehrte der Diener zurück und erzählte seinem Herrn, was sich zugetragen hatte.

Da wurde der Hausherr ärgerlich und sagte zu seinem Diener: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und rufe die Armen und die Krüppel und die Kranken und die Blinden.

Und der Diener tat, wie es sein Herr verlangt hatte, und sagte als er wiederkam: Herr, ich habe getan, wie du es mir geboten hast, und doch sind immer noch Plätze an der Festtafel frei. Und der Herr antwortete: Dann geh die Straßen und Felder entlang und nötige die, die du triffst, hereinzukommen, damit die Plätze an meinem Tisch besetzt werden.

Denn ich sage euch, daß keiner von denen, die ursprünglich eingeladen worden waren, einen Platz an meinem Tisch haben, noch von meinem Festmahl essen werden.

Der undankbare Diener

Es lebte einmal ein König. Eines Tages sah er die Geschäftsbücher und Unterlagen seiner Diener durch. Er bemerkte dabei, daß ihm einer die unvorstellbar hohe Summe von 10.000 Goldstücken schuldete!

Als er erfuhr, daß der Diener seine Schuld nicht zurückzahlen konnte, wollte er die gesetzliche Strafe vollstrecken und den Diener als Sklaven verkaufen lassen - ebenso seine Familie - sowie sein Haus und sein Eigentum.

Der Diener kam und fiel vor dem König nieder. Er huldigte ihm und sprach: Mein Herr, ich bitte dich, habe Geduld mit mir; ich will dir alles zurückzahlen. Der König wurde von Mitleid bewegt und ließ ihn frei und vergab ihm die Schuld.

Am selben Tag aber ging der Diener hinaus und traf einen seiner Freunde, der ihm zufällig 100 Pfennige schuldete. Anstatt ihm gegenüber gnädig zu sein, packte er den Mann an der Kehle und begann zu schreien: Zahle mir das Geld zurück, das du mir schuldest!

Sein Freund fiel zu seinen Füßen nieder und bat ihn: Habe doch Geduld mit mir, und ich werde dir jeden Pfennig zurückzahlen. Aber er wollte nicht hören und ließ den Mann ins Schuldgefängnis werfen, bis er die hundert Pfennige bezahlt hätte.

Einige der anderen Diener sahen, was sich abspielte, und sie kamen und sagten es dem König. Da ließ ihn der König zu sich rufen und sagte: Du boshafter Diener! Ich habe dir deine riesengroße Schuld vergeben, weil du mich darum batest. Solltest du nicht ebenso Mitleid mit jemandem haben, der dir so wenig schuldet?

Und der König war sehr ärgerlich und übergab den bösen Knecht seiner Gefängiswache zur Verwahrung, bis seine Schuld bezahlt wäre.

Genauso wird mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr denen nicht von Herzen vergeben wollt, die euch eurer Meinung nach Unrecht getan haben.

Die Macht der Liebe Jesu

Einer der gelehrten Professoren kam zu ihm und fragte: Wie lautet das wichtigste Gebot, dem wir gehorchen sollten? Das wichtigste aller Gebote ist dieses:

Höre, Israel, der Herr, dein Gott, ist ein einiger Gott. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und mit all deiner Kraft: Das ist das erste Gebot.

Und das zweite lautet: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es gibt kein Gebot, das größer ist als diese.

Wer im Widerspruch zu selbst dem kleinsten dieser Gebote lebt, wird der Kleinste im Himmelreich sein. Aber jeder, der ihnen entsprechend lebt und anderen die Freude vermittelt, die man empfängt, wenn man sie befolgt, der wird im Himmelreich groß heißen. Ich habe euch diese Dinge gesagt, daß eure Freude vollkommen werde.

Feindesliebe

An der großen Liebe, die ihr füreinander habt, werden die Leute erkennen, daß ihr meine Lehre befolgt. Ihr habt sicher gehört, daß gesagt wird: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

Aber ich sage: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch verachten und verfolgen.

Wenn ihr das tut, werdet ihr die Kinder eures Vaters im Himmel sein: Denn er läßt seine Sonne aufgehen über den Bösen und den Guten und läßt regnen über die Gerechten und die Ungerechten. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, was ist daran Besonderes? Sogar die Ungerechten können das tun.

Und wenn ihr euren Bekannten gegenüber gastfreundlich seid, was für eine Belohnung bringt das? Der schlimmste Verbrecher handelt wahrscheinlich genauso. Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebet einander, wie ich euch geliebt habe. Wenn ihr das tut, wird jeder sehen, daß ihr meine Jünger seid, weil ihr von dieser Liebe erfüllt seid.

Wenn ihr auf das hört, was ich sage, und es tut und mich liebt, dann werden mein Vater und ich euch lieben, und ich werde mich euch offenbaren.

Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Denn mein Vater liebt euch, weil ihr mir geglaubt habt und weil ihr davon überzeugt seid, daß ich von Gott gekommen bin.

Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, alle, die ihr vom Leben enttäuscht seid, und ich werde euch wundervolle Ruhe geben.

Nehmt meine Lasten auf euch, lernt, was ich sage: Ich bin geduldig und einfach, und ihr werdet überrascht sein, wie problemlos das Leben ist, wenn ihr Ruhe für eure Seelen gefunden habt. Denn meine schwerste Last ist tatsächlich leicht.

Wie Gott mich liebt und ich euch liebe, so sollt auch ihr fortfahren zu lieben. Befolgt meine Worte, und ihr werdet in dieser Liebe bleiben; ich halte die Gebote meines Vaters und bleibe dadurch in seiner Liebe.

Dies ist mein Gebot: Das ihr einander so liebt, wie ihr es an meinem Beispiel euch gegenüber gesehen habt. Und niemand kann größere Liebe haben, als sogar willig zu sein, sein Leben für seine Freunde hinzugeben.

Der Segen des Gebens

Eines Tages war Jesus im Tempel. Eine arme Witwe kam und warf zwei Pfennige in die Opferbüchse. Als Jesus das bemerkte, rief er seine Jünger zu sich und sagte...

Wahrlich, diese arme Witwe hat mehr gegeben als all die reichen Geber, die ihre Opfergaben in den Kasten geworfen haben. Sie geben, was sie von ihrem überfluß entbehren können; aber sie hat vom Lebensnotwendigen gegeben und sich aus Liebe von dem getrennt, ohne das sie eigentlich gar nicht auskommen kann.

Gebt jedem, der bedürftig ist und euch deshalb bittet; sogar wenn jemand stiehlt, sollt ihr kein Aufhebens darum machen oder darauf bestehen, daß er euren Besitz wieder zurückgibt. Ihr sollt jeden, dem ihr begegnet so behandeln, wie ihr von ihm behandelt werden wollt.

Wenn ihr nur zu den Leuten freundlich und entgegenkommend seid, die zu euch auch gut sind, was für einen Gewinn habt ihr davon? Sogar die Bösen handeln nach dieser Regel. Wenn ihr denen leiht, die ohne Mühe zurückzahlen können - ist das großzügig? Selbst der schlechteste Mensch wird zu diesen Bedingungen Geld und Gegenstände verleihen.

Ich sage: Gebt und euch soll wiedergegeben werden, sogar noch viel mehr, als ihr euch vorstellen könnt - das Mehrfache, im überfluß - so wird eure Großzügigkeit belohnt werden.

Mit dem Maß, mit dem ihr eure Großzügigkeit bemeßt, wird euch eure Belohnung zugemessen werden. Jesus sagte zu allen, die zuhören wollten: Ich gebe ewiges Leben.

Ich gebe die Schlüssel zum Himmelreich. Ich gebe Macht über alle Macht des Feindes. Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch.

Teil V
Das neue Leben
Leben aus dem Tod

An einem gesunden Baum wachsen keine faulen Früchte, und ein abgestorbener Baum bringt keine gesunden Früchte hervor. Ihr werdet die Menschen an den Früchten, die aus ihrem Leben erwachsen, erkennen.

Bringt ihr Leben Trauben oder Dornen, Feigen oder Dornensträucher hervor? Es ist doch so, daß jeder gute Baum gute Frucht bringt; und jeder schlechte Baum bringt nur schlechte Früchte hervor. Ein guter Baum läßt niemals schlechte Frucht wachsen, und ebenso läßt ein schlechter Baum keine guten Früchte wachsen. Und jeder Baum, der ungesunde Frucht hervorbringt, wird gefällt und als Feuerholz verwendet.

An den Früchten, die das Leben der Menschen hervorbringt, werdet ihr klar erkennen können, für welche Art von Leben sie sich entschieden haben: für ein gutes, gesundes oder eines, das den Tod in sich trägt.

*

Wer ist dann der treue Knecht, den sein Herr dazu befördert, daß er seinen Haushalt und seinen Grundbesitz verwaltet, und den er sogar in seinem Testament berücksichtigt?

Es ist der gesegnete Knecht, den sein Herr bei seinem Kommen, sei es bei Tag oder Nacht, gewissenhaft beim Verrichten der Arbeit seines Herrn vorfindet. Wahrlich, der Herr wird einen solchen Knecht eines Tages über alles, was er hat, setzen.

Aber wenn sich dieser Knecht in seinem Herzen sagen würde: Mein Herr zögert sein Kommen hinaus, und er beginnen würde, seine Macht zu mißbrauchen und die Knechte und Mägde zu schlagen, wenn er sich selbst an der Tafel seines Herrn bedienen würde, er trinken und sich betrinken würde, dann wird der Herr plötzlich wiederkommen, wenn er am wenigsten erwartet wird, und er wird diesen Knecht hart bestrafen, ihn aus seinem Testament streichen und aus seinem Haus hinauswerfen.

*

Wenn ein Weizenkorn nicht in den Boden fällt und abstirbt, so wird es nichts als ein wertloses, lebloses Samenkorn sein.

Aber wenn es in den Boden fällt und abstirbt, wird es schließlich gesunde Frucht im überfluß hervorbringen.

Glaube, der Berge versetzt

Ein römischer Offizier kam zu Jesus. Sein Diener war sehr krank, und er bat Jesus, ihn zu heilen. Jesus antwortete: Ich werde kommen und ihn heilen. Aber der Offizier antwortete: Ich bin ein Mann, der Autorität hat. Ich befehle einem meiner Soldaten: Geh!, und er geht. Zu einem anderen sage ich: Tu das!, und er befolgt meinen Befehl. Ich weiß, daß du die Autorität und die Macht hast, der Krankheit zu gebieten, von meinem Knecht zu weichen.

Jesus war darüber sehr erstaunt. Schließlich wandte er sich zur Menge, die sich versammelt hatte, und sagte:

Ich habe im ganzen Land noch keinen solchen Glauben gesehen! Hört: Wenn sich zwei von euch auf Erden darüber einig werden, im Glauben um etwas zu bitten, so wird es ihnen von meinem Vater im Himmel erfüllt werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich bei ihnen.

Es ist wahr: Wenn einer von euch Glauben von der Größe eines Senfkorns hat, soll er zu diesem Berg oder zu den größten Problemen des Lebens sagen: Hebt euch weg und werft euch ins Meer! und wenn er glaubt, daß das möglich ist, und dem Zweifel keinen Raum gibt, dann wird alles, was er bittet oder gebietet, geschehen. Deshalb sage ich euch: Was auch immer ihr wünscht, wenn ihr betet: Glaubt, daß ihr es empfangen werdet, und ihr werdet es empfangen.

Glaube, der Tote erweckt

Sobald Martha hörte, daß er auf dem Weg zu ihnen war, ging sie hinaus, ihm entgegen. Sie sagte: Jesus, wenn du nur früher gekommen wärst, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Die an mich glauben, sollen neues Leben empfangen, selbst wenn sie stürben. Die Krankheit des Lazarus wird nicht mit dem Tod enden; es geht dabei vielmehr um die Ehre Gottes, darum, daß der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde.

Obwohl Lazarus tot ist, bin ich euretwegen froh, daß ich nicht dagewesen bin, damit ihr glaubt. Hört: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, soll leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, soll leben und nicht sterben. Glaubst du das? (Zu denen, die beim Grab standen, sagte er:) Nehmt den Stein weg. Habe ich dir nicht gesagt, daß du die Herrlichkeit Gottes sehen würdest, wenn du glaubtest? Lazarus, komm heraus. (Nachdem Lazarus auferweckt worden war, sprach er:) Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Und ich weiß, daß du mich immer hörst; aber um dieser Leute willen, die umherstehen, sage ich dies, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast.

Gesundheit für
Leib und Seele

Zu einer verkrüppelten Frau, die nicht aufrecht gehen konnte, sagte Jesus: Frau, du bist von deiner Krankheit frei. Und er legte ihr die Hände auf, und sofort stand sie aufrecht und verherrlichte Gott.

Dann kamen die religiösen Führer und tadelten Jesus und sagten: An sechs Tagen kannst du deiner Arbeit nachgehen, aber das Gesetz sagt, daß man am Sabbath nicht arbeiten soll.

Jesus antwortete: Ihr Heuchler. Ihr findet nichts daran, am Sabbath ein Pferd loszubinden, um es zur Tränke zu führen. Sollte dann diese Frau, die der Teufel 18 Jahre lang gebunden hat, nicht am Sabbath befreit werden?

Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken.

Geht nun und lernt, was dies bedeutet: Ich möchte Barmherzigkeit und keine Opfer, denn ich bin nicht gekommen, die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen. Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? Sei getrost, denn dein Glaube hat dir geholfen; geh' in Frieden.

Wer ist unter euch, der, wenn er zum Beispiel ein Schaf hätte und das arme Tier am Sabbat in ein tiefes Loch fallen würde, nicht jede Anstrengung auf sich nehmen würde, um das Schaf zu retten? Wieviel mehr ist denn ein Mensch wert als ein Schaf? Also ist es richtig, am Sabbat Gutes zu tun.

Wenn für euch der Sabbat ein Tag ist, an dem man alle religiösen Gesetze befolgt und alle möglichen religiösen Zeremonien verrichtet, auch einige, die ermüdend sein müssen, wie kommt es dann, daß ihr ärgerlich über mich seid, weil ich jemanden am Sabbat geheilt habe? Ich komme und heile...So geschehe es dir.

Gehe deines Weges, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Du sollst neu werden. Glaubst du an den Sohn Gottes? Er ist es, der mit dir spricht.

Nach deinem Glauben soll dir geschehen. Sündige nicht mehr, sonst kommt Schlimmeres über dich. Sei guten Mutes, deine Sünden werden dir vergeben. Ist es leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder: Steh' auf und sei geheilt? Aber auf daß ihr erkennt, daß der Menschensohn auf Erden Macht hat, Sünden zu vergeben, sage ich zu dem Kranken: Steh auf!

Vergebung

Eines Tages war Jesus Gast bei Simon, einem religiösen Führer in der Stadt. Er sagte zu Simon: Ich möchte dir eine Frage stellen. Ein Bankier überprüfte die Konten zweier Leute, die Geld geliehen hatten; der eine schuldete fünfhundert Goldstücke und der andere fünfzig.

Weil der Bankier wußte, daß es keinem dieser beiden jemals möglich sein würde, die Schuld zurückzuzahlen, hatte er Mitleid und erließ beiden Männern ihre Schulden. Sage mir nun, welcher der beiden Männer wohl der dankbarere gewesen ist. Deshalb sage ich zu euch: Wem wenig vergeben ist, der liebt wenig.

Setzt euch keine Grenzen, wenn es darum geht, wie oft ihr denen, die euch gegenüber schuldig geworden sind, vergeben sollt. Wenn ihr ein Opfer zur Stätte der Anbetung bringt und euch dann einfällt, daß ihr eine unbereinigte Unstimmigkeit mit jemandem habt, dann laßt eure Gabe auf dem Altar und geht zuerst hin und versöhnt euch mit diesem Menschen; und dann kommt und opfert eure Gabe.

Schließt Frieden, sogar mit euren Gegnern. Andauernde Streitigkeiten werden schließlich größere Schwierigkeiten nach sich ziehen; es kommt zu Prozessen, Gerichtsverhandlungen und vielleicht sogar zu Gefängnisstrafen. Ihr könnt dann die Strafe nicht ungeschehen machen, sondern müßt sie absitzen.

Wenn dir jemand Unrecht getan hat, so geh und sprich unter vier Augen mit der betreffenden Person darüber. Wenn sie auf dich hört, hast du einen Freund gewonnen. Aber wenn jener Mensch nicht hören will, dann geh mit zwei oder drei anderen noch einmal zu ihm, daß jedes Wort durch zwei oder drei Zeugen bestätigt werden kann.

Und wenn er sich immer noch weigert, auf dich zu hören, dann bring die Angelegenheit vor die Gläubigen, die mit dir zusammen Gott anbeten, und wenn jener Mensch auch ihren mitfühlenden Rat nicht beachtet, dann ist er nicht besser als ein gottloser Schurke.

*

Erinnert ihr euch an den Ausspruch: Auge um Auge, Zahn um Zahn? Vergeßt ihn! Ich sage euch: Wenn dir jemand auf die rechte Wange schlägt, biete ihm auch deine linke. Wenn dich jemand gerichtlich belangt und deinen Mantel nimmt, dann biete ihm auch das Hemd an, das du gerade anhast. Wenn dich jemand zwingt, einen Kilometer mit ihm zu gehen, dann sei willig, auch zwei mit ihm zu gehen.

Gib einem Menschen, der um eine Gefälligkeit bittet, und verschließe dein Ohr nicht dem gegenüber, der von dir borgen möchte. Wenn du an der Stätte der Anbetung stehst und betest, dann tu' es mit einem Herzen, das voller Vergebungsbereitschaft ist. Wenn du solch eine Haltung zeigst, wird dir dein Vater im Himmel auch Vergebung anbieten.

Aber wenn du ohne Vergebungsbereitschaft im Herzen betest, dann wird dir dein himmlischer Vater auch keine Vergebung schenken. Vergib den Menschen das Böse, das sie dir zugefügt haben, und dein himmlischer Vater wird dein Leben mit Barmherzigkeit und Vergebung überschütten.

Gebet

Eines Tages ging Jesus in den Tempel, und als er all die Geldwechsler und Kaufleute im Tempel sah, machte er aus ein paar Schnüren eine Peitsche und trieb alle hinaus, die im Tempel kauften und verkauften.

Und er lehrte sie und sagte: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll von allen Nationen `Haus des Gebetes' genannt werden?, Ihr habt aber daraus eine Räuberhöhle gemacht.

Die Menschen sollten immer beten und ihren Glauben nicht aufgeben. Bittet, daß ihr empfangt und eure Freude vollkommen wird.

Um was ihr den Vater in meinem Namen bittet, das wird er euch geben. Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, und eure Freude wird vollkommen werden.

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Betet für die, die euch voller Verachtung ausnutzen und euch verfolgen. Betet, daß ihr nicht in Versuchung geratet. Bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter hinaussendet, um die Ernte einzubringen. Betet zum Vater, der eure allergeheimsten Gebete hört und sie öffentlich belohnt. (Dann lehrte Jesus die Jünger beten:) paUnser Vater in dem Himmel.

Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, auf Erden wie im Himmel. Gib uns heute unser täglich Brot. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unsern Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Denkt daran: Sucht einen ruhigen Platz und redet zu eurem Vater im Himmel, wenn ihr betet. Gebraucht nicht leere Phrasen. Die Heiden tun dies, weil sie denken, daß sie ihres vielen Redens wegen erhört werden.

Tut es ihnen nicht gleich, denn euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn darum bittet. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann sollt ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschenkt.

 

 

 

 
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